Geschichte

Kunsthalle-Basel,-1874

Kunsthalle-Basel, 1874

Kunsthalle-Basel,-X

Kunsthalle Basel, 1892

Kunsthalle_Ansicht_1976

Kunsthalle Basel, 1976

Kunsthalle-Basel,-2004

Kunsthalle-Basel, 2004

Seit ihrer Grundsteinlegung 1869 ist die Kunsthalle Basel ein wichtiger Ort im Basler Kunstgeschehen. Initiant, Gründer und bis heute privater Träger der Kunsthalle ist der Basler Kunstverein.

An der Eröffnungsfeier im Frühjahr 1872 umriss Vereinspräsident Johann Jakob Im Hof die Gründungsziel mit den Worten, der Kunst eine ‚Stätte‘ zu bieten, an welcher die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Künstlern und Kunstfreunden gepflegt und das Kunstinteresse der „Vaterstadt“ angeregt, gefördert und verbreitet würden.

Das neoklassizistische Gebäude am Steinenberg wurde nach den Plänen des Architekten Johann Jakob Stehlin erbaut. In direkter Nähe zum Stadttheater und dem Stadtcasino, das als Konzerthalle dient, ergänzt es das städtebauliche Kulturensemble um die Sparte der bildenden Kunst.

Anfänglich dienten die Räumlichkeiten der Kunsthalle vor allem der Verwahrung und Präsentation der Kunstsammlung des Vereins. Die Ausrichtung der Kunstpflege, die zu Beginn noch den „vaterländischen“ Idealen verpflichtet war, wurde bald überdacht. Mit Übergabe der bis zur Jahrhundertwende ehrenamtlich geführten Geschäfte an einen Konservator wurde der Grundstein für einen modernen lebendigen Ausstellungsbetrieb gelegt.

Nicht ohne Stolz blickt der Basler Kunstverein auf eine lange Reihe von Ausstellungen zurück, welche der Geschichte der Kunst im 19. und 20. Jahrhundert Impulse vermittelten oder retrospektiv als zukunftsweisend anzuerkennen sind. Einzelausstellungen von Ernst Ludwig Kirchner, Edvard Munch, Vincent van Gogh, Marc Chagall, Paul Klee, Emil Nolde oder Piet Mondrian sind prominente Beispiele für eine frühe und aufgeschlossene Rezeption in Basel. Mit der ‘neuen amerikanischen Malerei’, die 1958 hier erstmals umfassend dargestellt auf ein europäisches Publikum traf, erweiterte die Kunsthalle ihre Perspektive. Die Kunsthalle Basel versteht sich heute als Schnittstelle zwischen Künstlern und Kunstvermittlern, als Begegnungsort zwischen lokaler und internationaler zeitgenössischer Kunst, als Austragungsort kritischer Diskurse von Kunstschaffen und Kunstvermittlung.

Der Basler Kunstverein und die Ursprünge der Kunsthalle

Der Wunsch nach einem eigenen Ausstellungslokal war in Kreisen des Basler Kunstvereins und Basler Künstlergesellschaft schon in den 1840er Jahren präsent.
Die Gründung des Basler Kunstvereins im Jahre 1839 fiel in eine Zeit, in der die Bemühungen um eine gesamtschweizerische Kunstpflege gross waren. So verlangten die Statuten des Basler Kunstvereins, durch Kunstausstellungen und den „Ankauf von Kunstprodukten“ zur „Hebung der Schweizer Kunst“ beizutragen. Hierauf wurde die „Allgemein Schweizerische Kunstausstellung“ (1840), die sogenannte ‚Turnus-Ausstellung‘ lanciert. Die im Zweijahresrhythmus in verschiedenen Schweizer Städten stattfindende Ausstellung hatte ihren Auftakt in Basel. Als Ausstellungslokal musste der „Markgräflerhof“ herhalten, der bald darauf zum Spital umgebaut werden sollte. Das Vereinsversprechen, regionale Kunst zu zeigen, wurde 1841 mit einer Retrospektive zum Basler Kunstschaffen der vergangenen drei Jahrhunderten eingelöst. Ausstellungsort war hier das Baslerische National-Museum. Für die in losem Rhythmus organisierte „Permanente“, welche lokalen Kunstschaffenden über mehrere Monate eine Präsentations- und Verkaufsplattform bot, musste auf Räume des Stadtcasinos, auf das „rote Schulhaus“ an der Rittergasse, sowie das Gebäude der Allgemeinen Lesegesellschaft zurückgegriffen werden. Der Wunsch, ein eigenes Ausstellungslokal zu besitzen, wurde erst im Zuge der Fusionierung mit der Basler Künstlergesellschaft greifbar.

Architektur und Nutzung

Johann Jakob Imhof, damals noch Vorstandsmitglied der Künstlergesellschaft, hatte 1854 den Basler Rheinfährenbetrieb gegründet. Die Erträge sollten in einen Fonds zur Errichtung eines Vereins- und Ausstellungslokals fliessen. Mit der Fusionierung 1864 ging der Fonds an den neu gegründeten Basler Kunstverein über. Die Planungen einer Kunsthalle schritten somit voran. Als geeigneter Bauplatz wurde das Areal zwischen Steinenberg und Klostergasse bestimmt.

Der Eingang des damals rechtwinklig angelegten Baus richtet sich bodeneben zum Steinenberg hin aus. Im Erdgeschoss waren anfänglich die permanente Sammlung des Kunstvereins, die Bibliothek und die Sitzungszimmer untergebracht. Im Sockelgeschoss, wo sich heute das populäre Restaurant Kunsthalle befindet, war das Vereinslokal situiert. Das Obergeschoss mit seinem monumentalen Oberlichtsaal stand wechselnden Ausstellungen zur Verfügung. Die künstlerische Ausschmückung durch Arnold Böcklin, Carl Brünner, Ernst Stückelberg und Charles Iguel sollten Geschichte und Programmatik des Vereins im Geist ihrer Zeit visualisieren.

Der Ursprungsbau wurde erst um ein hofseitig angelegtes Bildhaueratelier und angrenzende Dienstzimmer erweitert. Heute befindet sich dort die Campari Bar. Mehrere Anbauten kamen seither hinzu. 1885 erfolgte die Grundsteinlegung für eine Skulpturenhalle, 1898 wurde der Gartenflügel über den Ateliers um ein Stockwerk erhöht. 1927 fand die Anlage mit der Erhöhung der Skulpturenhalle um ein Bürogeschoss ihren äusserlichen Abschluss.

Die zunehmende finanzielle Belastung durch den Unterhalt des Gebäudes veranlasste den Verein zu einer temporären Vermietung: Hauptgebäude und Seitenflügel der Kunsthalle wurden dem Staat zur Verfügung gestellt, der hier die bis zum Bau des Kunstmuseums heimatlos gewordene öffentliche Kunstsammlung unterbrachte. Die anhaltend kritische Finanzlage sollte das Gebäude 1950 sogar ganz gefährden: beinahe hätte die Kommission das verlockende Angebot einer Grossbank angenommen, das Gebäude zu verkaufen, um sich später in einem Neubau der Investoren einzumieten. Die Abbruchpläne verliefen im Sand. Zwischen 1969 und 1973 kam es zu einer gründlichen Renovation.

Seit Juni 2004 zeigt sich die Kunsthalle Basel in ihrer alten Würde wieder neu: Die Architekten Miller & Maranta passten im Auftrag des Basler Kunstvereins das Gebäude den Bedürfnissen des aktuellen Kunstbetriebs an. Die Proportionen blieben unangetastet, die Aufteilung der Räume wurde vor allem im Untergeschoss grosszügig zusammengefasst. Die technische Infrastruktur wurde verbessert. Der Umgang mit den Ausstellungssälen wurde somit flexibler. Für den Besucher sind die schwellenfreien, lichten Säle leicht zu passieren und die Kunstwerke in abwechslungsreichen kuratorischen Raumkonzepten zu erleben.