Jeremy Deller & Alan Kane

FOLK ARCHIVE: Contemporary Popular Art from the UK

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“Wenn es bei Pop Art darum geht, Dinge zu mögen, wie Andy Warhol einst sagte, dann geht es bei Folk Art darum, Dinge zu lieben.“ Jeremy Deller

“Mit Spray bemalte Autos, Blumenarrangements, Grimassen-Wettbewerbe, Kornkreise und Fotos von verrückten Sportaktivitäten – eine Ausstellung von Menschen, die normalerweise nicht ausgestellt werden, kuratiert von Künstlern, die daran glauben, dass es nichts Wichtigeres gibt. Ihre Hingabe an das Thema ist authentisch und unerschütterlich.“ Simon Garfield – The Observer magazine, 10.10.04.

Das Folk Archive ist eine vibrierende visuelle Sammlung zeitgenössischer Volkskunst: es zelebriert die temperamentvolle und sympathische Kreativität anhand eines breiten Spektrums von Aktivitäten aus ganz Grossbritannien. Dazu gehören unglaubliche Objekte, Filme, Zeichnungen, Gemälde, Performances, Kostüme, Dekorationen, politische Statements, Humoristisches, Dichtung und viele Dinge, die man gern übersieht, obwohl sie sich direkt vor unserer Haustür abspielen. Ein umfassender Querschnitt der künstlerischen Produktion der Gesellschaft wird so erstmals im Rahmen einer Kunstinstitution gezeigt: Arbeiten von Gefängnisinsassen und Interessengemeinschaften, Grimassenschneidern und solchen, die brennende Fässer durch die Strassen rollen, von Karnevalsgruppen, Popfans, gelangweilten Teenagern und Dorfbewohnern, Transparente von Demonstranten und vieles mehr. Das Archiv liefert ein aktuelles Bild der Volkskunst im Licht der gegenwärtigen sozialen, technischen und kulturellen Entwicklungen, und indem es die geltenden Ausstellungskonventionen anspricht, hinterfragt es zugleich die herkömmliche Abgrenzung zwischen Kunst und Nicht-Kunst.
Die Volkskunst umfasst oft Gemälde von ungeschulten „Outsider“-Künstlern und handgefertigte, oft aufwändig verzierte Gebrauchsgegenstände, bei welchen der Aufwand für die Herstellung den Gebrauchs- und Marktwert bei weitem übersteigt. Volkskunst umfasst immer auch ein narratives oder erinnerndes Element, eine alternative Entwicklung und Ästhetik mit politischen Botschaften jenseits des Mainstream. Durch das massiv gestiegene Interesse an zeitgenössischer Kunst von Seiten der Medien und das Bestreben kultureller Institutionen, ein breiteres Publikum anzusprechen, ist eine Situation entstanden, in welcher „Mainstream“ und „Underground“ einander näher gerückt sind als je zuvor in der Geschichte.
Die Produkte der Volkskunst gehören in diesem Kontext jedoch nach wie vor zum „Underground“. Viele zeitgenössische Künstler benützen formale Elemente aus der Volkskunst; sie wird aufgenommen und sogleich konsumiert, während ihre Produzenten unterbewertet werden und meist keine Erwähnung finden. Diese Ausstellung zeigt, wie vielfältig und vital die zeitgenössische Volkskunst ist und welche zentrale Rolle sie für den Charakter einer Gesellschaft und ihrer Kunst spielt. Jeremy Deller und Alan Kane sind Künstler aus London, die sowohl gemeinsam als auch unabhängig voneinander an verschiedenen Projekten gearbeitet haben. Jeremy Deller ist Preisträger des Turner Preises 2004. Alan Kane hatte Ausstellungen in der Showroom Gallery, London, der Norwich Art Gallery, Norwich, sowie im Modern Institute, Glasgow. Die Arbeiten der beiden beschäftigen sich mit Produktions- und Ausstellungsmodellen und untersuchen die Parameter, Formen und Hierarchien der Kunst.
Bruce Haines aus London ist Kurator am Camden Arts Centre sowie freier Kurator und Kritiker; zusammen mit Jeremy Deller organisierte er die Ausstellung „Unconvention“ am CVA, Cardiff, 1999.

Eine Publikation in Farbe von Jeremy Deller und Alan Kane begleitet die Ausstellung. Herausgegeben von Bruce Haines und Jane Rolo, mit einem Text von Jeremy Millar. Erschienen bei Book Works; erhältlich in der Kunsthalle Basel (CHF 34.- / € 22.-)

Die Ausstellung Folk Archive in der Kunsthalle Basel wird unterstützt von:

E. Gutzwiller & CIE

British Council

Hilton Basel

Video der Vernissage in der Kunsthalle auf
Vernissage-TV