Daniel Knorr

Led R. Nanirok

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Vernissage: Samstag, 19. September 2009, 19h

Die Kunsthalle Basel präsentiert die neue Ausstellung Led R. Nanirok von Daniel Knorr.

Daniel Knorr wurde 1968 in Bukarest geboren und lebt zurzeit in Berlin. Seine Arbeiten nehmen häufig täuschend einfache Formen an und sind gekennzeichnet durch bescheidene Mittel – oder sie treten, ganz im Gegenteil, übermütig als auffällige grossformatige Interventionen in Erscheinung, die in den gleichförmigen Ausdruck und die klar definierten Funktionen des öffentlichen Stadtraums eingreifen. Zu seinen bisher realisierten Projekten zählen die Beschriftung von Strassenbahnen in Bukarest mit nationalen, religiösen und militärischen Symbolen, die Anbringung eines riesigen Propellers auf dem Dach einer vormaligen Mühle in Rotterdam oder die Ausführung einer Kinderzeichnung mit Kokain, das von der Polizei konfisziert worden war. In den meisten Fällen entstehen diese Arbeiten vor dem Hintergrund einer real bestehenden Situation und sind das Ergebnis von Untersuchungen des Künstlers spezifischer lokaler Bedingungen. Knorrs Werke verändern vor Ort gefundene oder angeeignete Materialien und handgemachte Objekte, unterbrechen behördliche Massnahmen, verändern typisch menschliche Verhaltensmuster im öffentlichen Raum und stellen sogar Naturphänomene in Frage. In seiner künstlerischen Praxis ist der gesamte Kosmos der menschlichen Erfahrung dadurch bestimmt, dass er aus kulturellen Phänomenen besteht und zum Gegenstand von Veränderungen wird, die vertraute Objekte oder Prozesse mit einem unerwarteten Mehrwert an Bedeutung aufladen sollen.

In der Kunsthalle Basel, in seinem bisher ehrgeizigsten Projekt, entwarf Daniel Knorr eine Reihe von Arbeiten, die alle fünf Ausstellungsräume des Erdgeschosses miteinander verbindet. Einige Werke wurden vor Ort produziert, während andere schon zuvor entwickelt und in anderen Kontexten gezeigt worden waren. Sie umfassen so unterschiedliche Formate wie eine Software, die für eine interaktive LED-Wand programmiert wurde, welche sich über dreissig Meter erstreckt und auf das Erscheinen von Besuchern im Ausstellungsraum reagiert; ein einzelnes LED-Lichtsignal, das immer dann rot leuchtet, wenn der Künstler wach ist; ein Schneemann, der ein Palmblatt schwingt, und eine Versammlung von Vogelscheuchen, die in Haute Couture gekleidet sind.

Die neue interaktive digitale Animation Validate me beinhaltet einen Besucherzähler – ein kommerziell hergestelltes Lasergerät, das im Empfangsbereich der Kunsthalle installiert ist und jeden Besucher erfasst, der den Raum betritt. In jedem der fünf Ausstellungsräume befindet sich jeweils ein Flachbildschirm, der über eine Netzwerkverbindung mit dem Gerät verbunden ist. Auf den Bildschirmen werden die Besucher als rote Punkte dargestellt, die sich innerhalb einer schematischen Darstellung des Erdgeschosses der Kunsthalle bewegen, dessen Konturen denjenigen einer Pistole gleichen. Die Besucher bewegen sich innerhalb der Pistole und verschwinden beim Verlassen der Ausstellung. Diese Arbeit wird nach Ende der Ausstellung in Betrieb bleiben, indem der Zähler im Eingangsbereich permanent installiert wird und weiterhin Daten an die Monitore sendet, welche weltweit an anderen Orten zu sehen sein werden.

Begleitend zur Ausstellung erscheint die Publikation Daniel Knorr: Led R. Nanirok. Sie wurde zusammengestellt und gestaltet von Daniel Knorr und Ludovic Balland, mit Zeichnungen von Fei Teng und Essays von Bogdan Ghiu, Dieter Roelstraete, Alina Serban, Adam Szymczyk, Attila Tordai-S. und Rein Wolfs. Herausgegeben und vertrieben wird das Buch von JRP|Ringier, Zürich, mit der Kunsthalle Basel und der Kunsthalle Fridericianum in Kassel als Mitherausgeber. Led R. Nanirok ist ein Anagramm des Namens vom Künstler.

Anlässlich der Ausstellung in der Kunsthalle Basel erscheint Daniel Knorrs Künstlerbuch Cudesch d’artist in Rätoromanisch, einer der vier Amtssprachen der Schweiz. Verschiedenste wertlose Objekte wurden von Daniel Knorr und seinen Mitarbeitern auf den Strassen von Basel und im Rahmen des Projekts kunstpassanten während öffentlicher Spaziergänge in Zürich eingesammelt und mit einer industriellen 20-Tonnen-Presse zwischen den Buchseiten flachgedrückt. Dieses Buch ist der vierte Band eines Projekts, in dem bisher Versionen in rumänischer, chinesischer und gälischer Sprache vorliegen.

< Interview mit dem Künstler auf Vernissage TV Teil 1

< Interview mit dem Künstler auf Vernissage TV Teil 2

< Online-Artikel zur Ausstellung auf Regioartline

Zu Daniel Knorrs Einzelausstellungen zählen Scherben bringen Glück, Kunsthalle Fridericianum Kassel, und The way politics influences art and vice versa, Fondazione March, Padova (beide 2008); Rumänischer Pavillon an der 51. Venedig Biennale (2005) und The Project, New York (2002). La femme de ma vie ne m’aime pas encore, wurde gemeinsam mit Nevin Aladag realisiert im Fri-Art, Centre d’Art Contemporain, Fribourg (1999). Knorr nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen teil wie Periferic 8 – Art as a Gift, Iasi (RO); Manifesta 7, Rovereto; U-TURN, Quadrennial for Contemporary Art, Kopenhagen; 5. berlin biennale für zeitgenössische kunst, Berlin (alle 2008); Beneath the Underdog, Gagosian Gallery, New York (2007); Mafia, Standard, Oslo (2006); Handlungsformate, Kunstverein Göttingen (2005); und Openingshow, Galleri Nicolai Wallner, Kopenhagen (1993).

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch: LUMA Stiftung

Mit finanzieller Unterstützung von: Regent Lighting

Mit Sachsponsoring von:
Winkler Veranstaltungstechnik AG
Sick AG
Triple M-Systems,
Berger Consult Basel GmbH

Die Publikation Daniel Knorr: Led R. Nanirok erhielt finanzielle Unterstützung von: Rumänisches Kulturinstitut, Bukarest

Haute Couture von: La Maison Anouschka, Paris