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Kenedi Goes Back Home (2003)

22. Februar 2011, 20:00

Filmabend im Rahmen der Ausstellung
Banu Cennetoğlu - Guilty feet have got no rhythm.

Kenedi Goes Back Home (2003)
Originaltitel: Kenedi se vraca kuci
Želimir Žilnik
OV/e

Kenedi goes back home (2003) erzählt über das Fremdsein im eigenen Land, über Emigration und Exil. Es ist eine Geschichte über Jugoslawen, die ihr Land während des Krieges verlassen haben und mehr als zehn Jahre in West-Europa als Flüchtlinge oder Asylanten verbrachten. In der zweiten Hälfte des Jahres 2002 schickte die Europäische Union viele dieser Menschen mit ihren Familien zurück nach Serbien und Montenegro, da man keine Gründe mehr für deren Aufenthalt in der EU sah. Die Ausweisungsverfahren waren meist unerbittlich. Familien wurden nachts abgeholt, zum Flughafen transportiert und mit dem erstmöglichen Flug nach Belgrad gebracht. Weil die Jugoslawen vor der Flucht allen Besitz aus ihrem Heimatland verkauften, sind sie bei ihrer Rückkehr mit einer Situation konfrontiert, welche ein normales Leben praktisch verunmöglichte. Die Umstände waren für die Mehrheit der Kinder umso problematischer, da sie - in west-europäischen Ländern aufgewachsen - ihre Muttersprache nicht beherrschten.

Kenedi goes back home ist der erste Teil einer Trilogie (es folgten Kenedi lost and found (2005) und Kenedi se ženi (Kenedi heiratet) (2007)) in welcher Želimir Žilnik (geb. 1942) über einen Zeitraum von vier Jahren einen gewissen Kenedi Hasani begleitet. Der aus Serbien stammende Filmemacher beschäftigt sich seit Mitte der 60er Jahre mit politisch und sozial problematischen Situationen. Aufgrund der bewussten Verunklärung zwischen dokumentarischen und fiktionalen Anteilen in vielen seiner Filme, kann sein Stil als Fiktionalisierung des Dokumentarischen beschrieben werden. Zilnik gewann mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Goldenen Bären an der Berlin Biennale 1969 für seinen Spielfilm Rani radovi (Frühe Werke). Bis heute realisierte er über fünfzig Filme wie beispielsweise Stara škola kapitalizma (Die alte Schule des Kapitalismus) (2009), Tvrdjava Evropa (Festung Europa) (2001) oder Kud plovi ovaj brod (Wanderlust) (1999).

Buch und Regie: Želimir Žilnik
Kamera: Miodrag Milosevic
Schnitt: Marko Cvejic
Ton: Vladimir Stanojevic

Schauspieler: Kenedi Hasani, Denis Ajeti, Dzemsit Buzoli, Sabaheta Alijevic, Mevlan Alijevic Produktion und Verleih: Terra Film, Novi Sad

Ort: STADTKINO Basel (Klostergasse 5)
Eintritt: 12.-/Für Mitglieder des Basler Kunstvereins 6.-
Mit Barbetrieb