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Flucht nach Mexiko – Deutsche im Exil

12. November 2006, 10:30

Im Rahmen der Ausstellung Quauhnahuac – Die Gerade ist eine Utopie zeigt die Kunsthalle Basel einen Dokumentarfilm über Mexiko aus der Perspektive von Emigranten, die unter dem Nationalsozialismus verfolgt wurden.

Obwohl Mexiko bereits in den 1920er Jahren ein wichtiges Einwanderungsland für Juden aus Osteuropa war, wurde in den 1930er Jahren eine restriktive Einwanderungspolitik betrieben, die begleitet war von neu entstandenen nationalistischen Organisationen wie die „Liga Anti-Judía“. Erst mit dem Präsidenten Cárdenas wurde ab 1938 schrittweise eine liberale Einwanderungspolitik eingeleitet. Ab 1941 wird Mexiko zum einzig möglichen Zufluchtsland für unter dem Nationalsozialismus verfolgte Kommunisten, denen die USA keinen Zutritt in ihr Land gewährte. Und auch nur der besondere Umstand, dass der zuständige mexikanische Konsul für Ausreise und Visa-Vergabe in Marseille, Gilberto Bosques, alles in seiner Macht stehende tat, um möglichst viele Flüchtlinge vor dem nationalsozialistischen Regime zu retten, führte dazu, dass Mexiko zu einem wichtigen Exilland wurde.

Ausgehend von dieser historisch-politischen Situation setzt der Film ein. Aus Mexiko zurückgekehrte Exilanten fahren 1994 gemeinsam nach Mexiko zurück, um dort die Dagebliebenen wieder zu treffen und dem damals 102 Jahre alten Botschafter Gilberto Bosques eine Urkunde für sein Engagement zu überreichen.
Der Film stellt Persönlichkeiten vor, die sich in vielfältiger Weise mit ihrem Exilland Mexiko auseinandergesetzt haben und auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland in Büchern, Filmen und Vorträgen einen spezifisch historischen Zugang zu dem Land der Vulkane und den dort aufgenommenen politischen Flüchtlingen für den deutschsprachigen Raum eröffnen.

Flucht nach Mexiko – Deutsche im Exil
Deutschland 1994. Buch und Regie: Gerlinde Böhm. Kamera: Claus Deubel, Oscar Castaneda. Produktion: Tele Potsdam (heute Ventana Film), SFB & Goethe-Institut. Dokumentarfilm, 90 Min.
Mit: Brigitte Alexander, Michael Flürscheim, Mariana Frenk-Westheim, Walter und Charlotte Janka, Lenka Reinerová, Walter Reuter.

Stadtkino Basel, 10:30