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Ausstellungsansicht, Impressionisten, Kunsthalle Basel, 1949.
Aus dem Fotoarchiv der Kunsthalle Basel. Foto: Atelier Eidenbenz

Aus Freude über die gegenwärtige Ausstellung der Fondation Beyeler zu Claude Monet haben wir einen Blick in unser Fotoarchiv geworfen und einen kleinen Schatz ausgegraben: Eine bisher unveröffentlichte Aufnahme der wunderbaren Nymphéas (Seerosenbilder) von Monet wie sie 1949 im Oberlichtsaal der Kunsthalle Basel zu sehen waren. Basel kann mit Stolz auf ihre älteste und progressivste Institution für zeitgenössische Kunst blicken, denn in der Kunsthalle Basel wurden Monets Meisterwerke Nymphéas zum allerersten Mal überhaupt ausserhalb von Paris bzw. Frankreich gezeigt und nur wenige erkannten damals, von welcher Bedeutung sie für die Geschichte der Malerei sind.

Monet war 1949 längst kein Unbekannter mehr in der Kunsthalle Basel; so wurde der französische Künstler bereits zu Lebzeiten (1840-1926) 1912 und 1915 in Gruppenausstellungen in der Kunsthalle Basel gezeigt. Nach seinem Tod hingen die Seerosenbilder, die heute zu den wichtigsten Werken der Kunstgeschichte zählen, unbeachtet in den hinteren Räumen der Pariser Orangerie. Die grossformatigen Seerosenbilder wurden 1949 in der Impressionisten Gruppenausstellungen in der Kunsthalle Basel gezeigt und waren laut Georg Schmidt, dem damaligem Direktor des Kunstmuseums Basel, „die Sensation“ der ganzen Ausstellung. (Und wären Sie damals eine aufgeweckte Sammlerin oder ein scharfsinniger Sammler gewesen, wäre das die Gelegenheit gewesen, sich Seerosenbilder für gerade mal 25’000 Franken unter den Nagel zu reissen.) Damit wurde die Basler Ausstellung zum wichtigen Anstoss für all die nachfolgenden Präsentationen des bis dahin vernachlässigten Spätwerks von Monet in Zürich, Paris, London, New York, Saint Louis und Minneapolis.

Bis heute setzten wir diese Tradition fort, bei der wir unsere Besucherinnen und Besucher mit Künstlerinnen und Künstler früh vertraut machen, lange bevor sie von grosser Bekanntheit oder gar berühmt sind – stets im Versuch, die Kunst von Morgen zu fördern, vorzustellen und voranzubringen.